Mit rund 70 Fachteilnehmenden aus Veranstaltungsbranche, Behörden und Sicherheitsorganisationen ist die erste Digitalkonferenz des Jahres zum Thema „Sicherheitsplanung bei Veranstaltungen“ erfolgreich gestartet. Über den gesamten Konferenztag hinweg diskutierten Expertinnen und Experten zentrale Aspekte der Veranstaltungssicherheit – von rechtlichen Rahmenbedingungen über Risikoanalysen bis hin zu praktischen Erfahrungen aus realen Ereignissen.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt der Digitalkonferenzreihe 2026 des Bundesverbands Veranstaltungssicherheit (BVVS) und zeigte einmal mehr: Der fachliche Austausch innerhalb der Branche ist entscheidend, um Sicherheitsstandards kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Sicherheitsplanung als interdisziplinäre Aufgabe
Die Beiträge der Konferenz verdeutlichten, dass Sicherheitsplanung bei Veranstaltungen viele Perspektiven vereint. Neben organisatorischen und technischen Fragestellungen wurden auch rechtliche, medizinische und psychologische Aspekte beleuchtet.
So wurde deutlich, dass erfolgreiche Sicherheitskonzepte nur dann entstehen können, wenn Veranstalter, Behörden, Sicherheitsverantwortliche und Dienstleister eng zusammenarbeiten. Der Austausch zwischen den unterschiedlichen Perspektiven erwies sich dabei als besonders wertvoll – auch in den Fragerunden nach den Vorträgen.
Von Sanitätsdienstplanung bis Risikoanalyse
Die Digitalkonferenz machte deutlich, wie vielschichtig moderne Sicherheitsplanung bei Veranstaltungen heute ist. Die Diskussionen reichten von strukturellen Grundlagen der Sicherheitsorganisation bis hin zu konkreten methodischen Fragen der Risikoanalyse und Umsetzung von Maßnahmen.
Ein wiederkehrendes Thema war die systematische Herangehensweise an Sicherheitskonzepte. Dabei wurde deutlich, dass eine fundierte Planung weit mehr umfasst als einzelne Maßnahmen. Sie beginnt bei der Analyse möglicher Risiken und Schutzziele und führt über die Bewertung von Flächen, Besucherströmen und Infrastruktur bis hin zur Definition organisatorischer Abläufe und Verantwortlichkeiten.
In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, dass Sicherheitsplanung immer als Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche verstanden werden muss. Aspekte wie Brandschutz, Rettungsdienst, Crowd-Management, organisatorische Abläufe und technische Sicherheit greifen ineinander und müssen gemeinsam betrachtet werden. Auch Themen wie Kommunikation, Szenarienplanung und ergänzende Sicherheitskonzepte spielen eine wichtige Rolle, um auf unterschiedliche Lagen vorbereitet zu sein.
Darüber hinaus wurde die Methodik der Risikobewertung kritisch betrachtet. Klassische Bewertungsmodelle und Risikomatrizen bieten zwar Orientierung, stoßen jedoch in der Praxis teilweise an ihre Grenzen, wenn komplexe Ereignisse und unterschiedliche Schadensdimensionen bewertet werden sollen. Die Diskussion zeigte, dass eine differenzierte Betrachtung von Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkungen und Kontextfaktoren für belastbare Entscheidungen unerlässlich ist.
Neben organisatorischen und methodischen Fragen wurde auch deutlich, dass menschliches Verhalten und Kommunikation eine zentrale Rolle für die Sicherheit von Veranstaltungen spielen. Besucherströme, Entscheidungsprozesse und Reaktionen auf Informationen oder Durchsagen können maßgeblich beeinflussen, wie sich Situationen auf Veranstaltungen entwickeln.
Die Beiträge machten damit deutlich: Sicherheitsplanung ist heute eine interdisziplinäre Aufgabe, die technisches Wissen, organisatorische Kompetenz, rechtliche Kenntnisse und ein Verständnis für menschliches Verhalten miteinander verbindet.
Großer Austausch zwischen Praxis und Fachwelt
Ein zentrales Element der Digitalkonferenz waren die Fragerunden im Anschluss an die Vorträge. Hier konnten Teilnehmende aus unterschiedlichen Bereichen der Branche direkt mit den Referenten diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen einbringen.
Gerade dieser direkte Austausch zwischen Planern, Behördenvertretern, Veranstaltern und Dienstleistern machte den besonderen Mehrwert der Konferenz aus.
Fortsetzung der BVVS-Digitalkonferenzreihe im Herbst 2026
Nach dem erfolgreichen Auftakt wird die BVVS-Digitalkonferenzreihe im Herbst 2026 fortgesetzt. Auch die kommenden Veranstaltungen werden aktuelle Themen der Veranstaltungssicherheit aufgreifen und den fachlichen Austausch innerhalb der Branche fördern.
Ziel der Reihe bleibt es, Wissen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an der Weiterentwicklung von Sicherheitsstandards für Veranstaltungen zu arbeiten.
Weitere Informationen zu den nächsten Digitalkonferenzen werden in Kürze veröffentlicht.


