Veranstaltungssicherheit aus kommunaler Sicht 2026

Die Digitalkonferenz des Bundesverband Veranstaltungssicherheit

Programm Digitalkonferenz am 26.11.2026

GuteZeit Festival - EVS Safety 2023 (139 von 199)

Der Vorsitzende des Bundesverband Veranstaltungssicherheit eröffnet die Digitalkonferenz und gibt einen Ausblick auf den Tag.

Stadtfeste bringen Menschen zusammen – für Kommunen bedeuten sie zugleich eine besondere organisatorische Verantwortung. Doch wie entsteht ein Sicherheitskonzept, das zur Veranstaltung und zu den örtlichen Gegebenheiten passt? Der Vortrag zeigt, wie eine selbst veranstaltende Kommune ihre Sicherheitsplanung strukturiert aufbauen kann: von der Erfassung der Rahmenbedingungen und Gefährdungen über klare Zuständigkeiten und abgestimmte Maßnahmen bis hin zur Vorbereitung auf besondere Lagen. Im Mittelpunkt stehen ein praxisnaher Planungsprozess, die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen und die Frage, wie aus einem umfangreichen Dokument ein funktionierendes Arbeitsinstrument für eine sichere Veranstaltung wird.

Dennis Eichenbrenner ist Sicherheitsmanager (B.A.), Fachplaner für Besuchersicherheit und betreibt mit EVS-Safety ein Unternehmen mit den Schwerpunkten Veranstaltungssicherheit, Brandschutz und Führungsmanagement. Seit 2020 ist er 1. Vorsitzender des bvvs (Bundesverband Veranstaltungssicherheit e.V.).

Veranstaltungen entstehen selten konfliktfrei – besonders dann, wenn kreative Ideen auf rechtliche Anforderungen treffen. Der Vortrag beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Veranstaltenden und Behörden, zeigt typische Vorurteile auf beiden Seiten und beschreibt anhand des Ansatzes der ZVK Bielefeld, wie Kommunikation, persönlicher Kontakt und digitale Prozesse zu mehr Verständnis und effizienteren Abläufen führen können. Im Fokus stehen praxisnahe Erfahrungen, moderne Verwaltungsansätze und konkrete Learnings für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Marc Renner arbeitet seit mehr als sechs Jahren in der Zentralen Veranstaltungskoordination der Stadt Bielefeld. Als Bindeglied zwischen Veranstaltenden und Verwaltung begleitet er Veranstaltungen von der ersten Idee bis zur Genehmigung. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der gefahrenabwehrrechtlichen Bewertung, der Koordination der öffentlich-rechtlichen Genehmigungsanforderungen sowie aktuell insbesondere auf dem Thema Zufahrtschutz. Sein Ziel ist es, sowohl die Anforderungen der Behörden verständlich zu vermitteln als auch praktikable Lösungen für Veranstaltende zu entwickeln.

Die enge Zusammenarbeit mit Veranstaltenden hat ihm gezeigt, dass viele Herausforderungen nicht an fehlender Bereitschaft, sondern an fehlenden oder unnötig komplizierten Werkzeugen scheitern. Weil es keine geeignete Lösung für die einfache Erstellung maßstabsgerechter Veranstaltungspläne gab, entwickelte er gemeinsam mit seinem Bruder im Jahr 2024 das browserbasierte Tool PlanClever. Heute unterstützt es bereits Veranstaltende in mehr als 40 Städten bei der digitalen Erstellung von Lageplänen.

Vereine sind das Rückgrat vieler Stadtfeste. Ohne ihr ehrenamtliches Engagement wären zahlreiche Veranstaltungen kaum denkbar. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Themen der Veranstaltungssicherheit häufig erst dann in den Fokus rücken, wenn Probleme auftreten. Zwischen Aussagen wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ und „Das wusste ich nicht“ liegen oft erhebliche Sicherheitsrisiken.

Der Vortrag zeigt, wie Städte und Veranstalter Vereine frühzeitig einbinden, verständlich unterweisen und klare Verantwortlichkeiten schaffen können. Wer ist für den Stand verantwortlich? Wer prüft elektrische Geräte, Gas oder Standsicherheit? Welche Pflichten ergeben sich für Vereinsvorstände und Helfende? Anhand praxisnaher Beispiele werden einfache und umsetzbare Lösungsansätze vorgestellt, damit Sicherheit nicht als Hürde, sondern als gemeinsame Verantwortung verstanden wird.

Personenstromsimulationen haben sich im Bereich des Brandschutzes zur Überprüfung von Räumungen etabliert und finden zunehmend auch bei anderen Fragestellungen der Veranstaltungsplanung Anwendung, etwa bei An- und Abreiseprozessen. Durch die Berechnung der Interaktion von simulierten Personen (“Agenten”) mit ihrer Umgebung lassen sich u.a. potenzielle Stauungsbereiche identifizieren und Kapazitäten überprüfen – eine Grundlage, die auch für die Bewertung von Sicherheitskonzepten und Genehmigungsentscheidungen relevant sein kann. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Funtkionsweise von Simulationen, demonstriert anhand konkreter Beispiele den Mehrwert und erläutert Rahmenbedingungen, die bei der Bewertung von Ergebnissen zu berücksichtigen sind.
 
Jette Degenhardt ist Wissenschaftlerin im Bereich der Fußgängerdynamik am Institute for Advanced Simulation (IAS-7) des Forschungszentrums Jülich. Dort leitet sie praxisorientierte Forschungsvorhaben mit Fokus auf Fußgängersimulationen. Sie ist Teil des JuPedSim-Teams, das verschiedene Modelle für Personenströme entwickelt und diese in frei verfügbare Forschungssoftware integriert. Eine Web-Oberfläche von JuPedSim erleichtert den Zugang zur Simulation und macht dieses Werkzeug auch für Anwendende außerhalb der wissenschaftlichen Community nutzbar.
 

Durch immer umfangreichere Vorschriften und Verordnungen wird auch die Antragstellung in der Veranstaltungswelt zunehmend komplexer. Gerade im Bereich der Lärm- und Lichtimmissionen stehen manche Veranstaltungen vor der Unumsetzbarkeit. Anhand kurzer Beispiele soll diese Komplexität aufgezeigt und im Anschluss zur Diskussion gestellt werden. 

Frank Siebold ist als Architekt im Bereich des öffentlichen Bauens sowie auf die Planung von Sicherheits-, Lärm- und Zufahrtsschutzkonzepten für Großveranstaltungen spezialisiert. Seit 2006 entwickelt sein Büro maßgeschneiderte Sicherheits- und Zufahrtsschutzkonzepte für Events aller Art, darunter die Hessentage, und betreut diese von der Genehmigungsplanung bis zur EU-weiten Ausschreibung. Als Experte auf seinem Gebiet wirkte Frank Siebold zudem im Konsortium der DIN SPEC 91414 Teil 2 mit.

Wer kommunale Veranstaltungen organisiert kennt das Problem: zu viele Aufgaben für zu wenige Köpfe. Wer muss was machen, an wen kann was delegiert werden und was machen „Andere“ ohnehin. Diese Fragen werden im Vortrag von Manuel Weiskopf erörtert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Sie haben eigene Frage zum Thema: denn stellen Sie die Fragen gern – entweder vorab per Mail oder während / nach dem Vortrag.

Der Vorsitzende des BVVS fasst den Tag zusammen und beendet die Digitalkonferenz 2026

Ticketbuchung

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