Die sichere Räumung von Veranstaltungen zählt zu den komplexesten Aufgaben der Veranstaltungssicherheit. Sie erfordert nicht nur belastbare Konzepte für die Veranstaltungsfläche selbst, sondern auch ein tiefes Verständnis der angrenzenden Bereiche: Verkehrsflächen, Übergangszonen und Abstrombereiche – die sogenannte Last-Mile. Genau hier entstehen in der Praxis häufig Risiken, die frühzeitig erkannt und realistisch bewertet werden müssen.
Der Bundesverband Veranstaltungssicherheit schafft für seine Mitglieder gezielt Räume, um sich mit diesen anspruchsvollen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Im Rahmen eines zweitägigen Mitglieder-Workshops stehen deshalb die Planung, Bewertung und Weiterentwicklung von Räumungskonzepten im Mittelpunkt – praxisnah, fundiert und im offenen fachlichen Austausch.
Räumung planen heißt, Zusammenhänge verstehen
Am ersten Workshoptag liegt der Fokus auf der konzeptionellen Vorbereitung von Räumungen großer Veranstaltungen. Gemeinsam werden grundlegende Anforderungen, entscheidende Einflussfaktoren auf Räumungsabläufe sowie die Wechselwirkungen zwischen Veranstaltungsfläche und Umfeld betrachtet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Last-Mile und den Schnittstellen zu Behörden, Einsatzkräften und Infrastrukturbetreibern.
Ziel ist es, Planungen realistisch anzusetzen, Annahmen kritisch zu hinterfragen und typische Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen – bevor sie im Ereignisfall relevant werden.
Personenstromsimulation als unterstützendes Werkzeug
Der zweite Tag widmet sich dem Einsatz von Personenstromsimulationen zur Bewertung von Räumungskonzepten. Anhand konkreter Szenarien wird aufgezeigt, wie Simulationen helfen können, Engstellen sichtbar zu machen, Abläufe besser zu verstehen und Entscheidungen nachvollziehbar zu untermauern.
Dabei wird bewusst auch über Grenzen und Voraussetzungen dieser Methoden gesprochen. Simulationen werden nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur fachlichen Planung verstanden – als Werkzeug, das Risiken sichtbar machen und Diskussionen versachlichen kann.
Praxis und Forschung im Dialog
Begleitet wird der Workshop von zwei ausgewiesenen Expert:innen: Ralf Zimme, einer der anerkannten Fachleute für Crowd Management in Deutschland, bringt seine langjährige Praxiserfahrung in die Arbeit an realistischen Räumungskonzepten ein. Dr. Jette Degenhardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Zivilen Sicherheitsforschung, ergänzt diese Perspektive um aktuelle Erkenntnisse aus der Personenstromanalyse und -simulation.
Mit diesem Workshop unterstreicht der Bundesverband Veranstaltungssicherheit seinen Anspruch, Mitglieder nicht nur zu vernetzen, sondern fachlich zu stärken. Durch den Austausch zwischen Praxis und Forschung, durch offene Diskussionen realer Herausforderungen und durch die gemeinsame Einordnung aktueller Entwicklungen leistet der Verband einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Veranstaltungssicherheit.
So versteht der BVVS seine Rolle: als Plattform für Wissen, Verantwortung und eine nachhaltige Sicherheitskultur.



